12. August 2026

🥚 Ein Ei aus Wiesbach ist mehr als nur ein Ei

Bioland-Hof Familie Dörr – Wackenberger Hof mit Hofladen-Produkten

Der Wackenberger Hof der Familie Dörr in Wiesbach – ein Bioland-Betrieb

Wenn du bei mir im Hofladen eine Packung Eier vom Wackenberger Hof in die Hand nimmst, liegen zwischen dem Stall der Familie Dörr und meinem Laden nur wenige Kilometer. Für mich ist genau das Regionalität. Ich kenne den Betrieb, ich weiß, wo die Lebensmittel entstehen, und vor allem kenne ich die Menschen, die dahinterstehen.

Der Wackenberger Hof liegt zwischen Wiesbach und Humes. Familie Dörr betreibt dort seit vielen Jahrzehnten Landwirtschaft. Heute wird der Betrieb nach den Richtlinien von Bioland bewirtschaftet. Doch was mich daran besonders anspricht, ist nicht das Siegel auf der Verpackung. Es ist die Haltung dahinter.

Bio ist für Familie Dörr keine einzelne Entscheidung gegen ein bestimmtes Pflanzenschutzmittel. Es ist ein landwirtschaftliches System. Auf den Äckern wird auf chemisch-synthetische Pestizide und künstlichen Dünger verzichtet. Unterschiedliche Kulturen wechseln sich ab. Organischer Dünger kommt über Kooperationen mit anderen Biohöfen zurück auf die Felder. Humusaufbau, Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und regionale Kreisläufe gehören zum Konzept des Betriebes.

Hülsenfrüchte auf dem Feld des Wackenberger Hofs

Hülsenfrüchte im Feld – sie binden Stickstoff und bereichern die Fruchtfolge

Ich finde diesen Gedanken wichtig. Denn ein Boden ist keine Maschine, in die man oben etwas hineinfüllt und unten möglichst viel Ertrag herausholt. Ein guter Boden lebt. Und wer möchte, dass auch unsere Kinder und Enkel noch gesunde Lebensmittel auf unseren saarländischen Äckern anbauen können, muss ihn entsprechend behandeln.

Genau diese Einstellung spürt man auf dem Wackenberger Hof.

Dort wird nicht versucht, die Natur vollständig zu kontrollieren. Man versucht vielmehr, mit ihr zu arbeiten. Auf einem Feld kommt nach einer Kultur eine andere. Hülsenfrüchte helfen dabei, Stickstoff zu binden. Kleegras hat seinen Platz in der Fruchtfolge. Getreide wird an andere Bioland-Betriebe verfüttert und im Gegenzug kommt Mist als natürlicher Dünger zurück. Auf einzelnen Flächen werden sogar neue Methoden für Humusaufbau und nachhaltige Bodenentwicklung ausprobiert.

Das ist Landwirtschaft, wie ich sie spannend finde. Nicht stehen bleiben, sondern beobachten, ausprobieren und immer wieder überlegen, wie es noch ein Stück besser gehen kann.

Johannes Dörr im Sonnenblumenfeld
Johannes Dörr – verantwortlich für Getreide und Kartoffeln
Johannes und Matthias Dörr am Hof
Johannes und Matthias Dörr – Vertrauen, das über die Produkte hinausgeht

Damit bekommt der Gemüseanbau für mich noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

Denn Gemüse aus Wiesbach bedeutet nicht einfach nur eine kürzere Lieferstrecke. Es bedeutet, dass jemand wenige Kilometer von uns entfernt überlegt hat, was angebaut wird. Dass dort gesät und gepflanzt wurde. Dass jemand den Boden gepflegt und die Pflanzen über Wochen begleitet hat. Und irgendwann wird geerntet.

Auf dem Acker direkt unterhalb des Wackenberger Hofes wächst saisonales Freilandgemüse. Je nach Jahreszeit gehören dazu beispielsweise Feldsalat, Karotten, Kohlrabi, Lauch, Rote Bete, verschiedene Kohlsorten, Sellerie oder Zwiebeln. Das Sortiment verändert sich mit der Jahreszeit.

Ernte auf dem Wackenberger Hof – Kirschen im Korb

Saisonale Ernte auf dem Wackenberger Hof – hier bei der Kirschenernte

Und genau davon möchte ich zukünftig mehr in meinem Hofladen haben.

Nicht zwölf Monate im Jahr dasselbe Gemüse, weil es irgendwo auf der Welt gerade geerntet werden kann. Sondern Gemüse, das dann bei mir liegt, wenn es hier bei uns wächst.

Vielleicht gibt es im Sommer Kohlrabi und im Herbst Rote Bete. Vielleicht ist eine Sorte irgendwann ausverkauft. Vielleicht gibt es in einer Woche besonders viel und in einer anderen weniger.

Für mich ist das kein Nachteil. Das ist Landwirtschaft.

Wir haben uns sehr daran gewöhnt, dass Lebensmittel immer verfügbar sein müssen. Erdbeeren im Winter, Tomaten zu Weihnachten und praktisch jede Gemüsesorte an jedem Tag des Jahres. Aber wenn wir wieder stärker regional essen möchten, müssen wir auch lernen, uns ein Stück weit nach der Natur zu richten.

Bio-Eier vom Wackenberger Hof

Die Eier vom Wackenberger Hof zeigen einen anderen Teil dieser Philosophie.

Ein Teil der Legehennen lebt in einem umgebauten ehemaligen Schweinestall. Dort können die Tiere scharren, einen überdachten Wintergarten nutzen und draußen einen Bereich mit Hecken und Bäumen erkunden. Für dieses Umbaukonzept wurde der Betrieb sogar beim Bundeswettbewerb Landwirtschaftliches Bauen ausgezeichnet. Zusätzlich arbeitet der Wackenberger Hof auch mit einem mobilen Hühnerstall.

Braune Legehennen im Freiland auf dem Wackenberger Hof
Braune Legehennen im Freiland auf dem Wackenberger Hof

Mich begeistert daran vor allem der Gedanke, etwas Vorhandenes sinnvoll weiterzuentwickeln. Ein alter Stall wird nicht einfach wertlos, nur weil sich die Landwirtschaft verändert. Man kann ihn umbauen und daraus etwas Neues machen.

Von diesen Hühnern bekommst du bei mir regelmäßig Bio-Eier.

Und wenn die Zeit der Legehennen irgendwann endet, gehört für mich auch das zur Ehrlichkeit einer Landwirtschaft mit Tieren. Deshalb gibt es vom Wackenberger Hof bei mir auch Suppenhühner.

Ein Suppenhuhn ist vielleicht eines der unspektakulärsten Lebensmittel überhaupt. Und gerade deshalb finde ich es wertvoll.

Aus einem guten Suppenhuhn entsteht mit Gemüse, Kräutern und etwas Zeit eine kräftige Brühe. Es ist traditionelle Küche, bei der ein Tier nicht nur wegen eines einzelnen Produktes gehalten und danach vergessen wird. Auch das gehört für mich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln.

Grüne Linsen – ein altes, einfaches Lebensmittel

Ein weiteres Produkt vom Wackenberger Hof liegt unscheinbar im Regal und ist trotzdem eines meiner liebsten Beispiele für eine zukunftsfähige Ernährung.

Grüne Linsen.

Die Linsen werden auf dem Wackenberger Hof selbst angebaut. Sie sind ein altes, einfaches Lebensmittel. Sie liefern pflanzliches Eiweiß, lassen sich lange lagern und können unglaublich vielseitig verwendet werden. Klassisch als Linsensuppe, als Salat, als Beilage, in einem Curry oder als Grundlage für vegetarische Gerichte.

Und gleichzeitig gehören Hülsenfrüchte zu den Pflanzen, die auch für den Acker interessant sind. Leguminosen können mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden. Der Wackenberger Hof nutzt solche Kulturen bewusst als Bestandteil seiner ökologischen Fruchtfolge.

Für mich schließt sich damit ein Kreis.

Ein Lebensmittel kann gut für uns sein und gleichzeitig sinnvoll für die Landwirtschaft.

Genau solche Produkte möchte ich in meinem Hofladen zeigen.

Vielleicht erinnerst du dich auch daran, dass es bei mir zeitweise Kartoffeln vom Wackenberger Hof gab. Die gehören eigentlich nicht zu den Produkten, die ich dauerhaft von Familie Dörr beziehe. Sie haben mir ausgeholfen, nachdem Jan Knobe seine eingelagerten Kartoffeln verkauft hatte und keine Ware mehr verfügbar war.

Auch das ist für mich Regionalität.

Nicht jeder muss alles produzieren. Nicht jeder muss mit jedem konkurrieren. Ein Betrieb kann einspringen, wenn bei einem anderen die Saison früher beendet ist. Am Ende bleiben die Lebensmittel trotzdem aus unserer Region und die Wertschöpfung bleibt hier.

Blick über die Landschaft vom Wackenberger Hof

Blick vom Wackenberger Hof über die saarländische Landschaft

Vertrauen – das wichtigste Gut

Es gibt aber noch einen ganz anderen Grund, warum mir die Zusammenarbeit mit dem Wackenberger Hof wichtig ist. Einen Grund, den man auf keinem Bio-Siegel und keiner Produktverpackung erkennen kann.

Es ist das Vertrauen.

Meine Zusammenarbeit besonders mit Matthias und Johannes Dörr ist von einer Ehrlichkeit geprägt, die im Geschäftsleben leider nicht mehr selbstverständlich ist. Für mich sind beide noch Geschäftsleute im besten und ursprünglichsten Sinne. Wenn etwas besprochen wird, dann gilt es. Wenn ein Wort gegeben wird, dann kann man sich darauf verlassen.

Ein Wort ist ein Wort.

Das klingt vielleicht altmodisch. Ich finde, es ist etwas unglaublich Wertvolles.

Man braucht nicht für jede Kleinigkeit komplizierte Regeln und Absicherungen, wenn Menschen miteinander arbeiten, die sich gegenseitig vertrauen und zu dem stehen, was sie sagen. Man kann offen miteinander sprechen. Wenn etwas funktioniert, sagt man es. Wenn etwas nicht funktioniert, kann man genauso ehrlich darüber reden. Und wenn man sich auf etwas verständigt hat, hält man sich daran.

Matthias und Johannes sind für mich genau solche Menschen.

Vielleicht ist auch das eine Form von Nachhaltigkeit, über die viel zu selten gesprochen wird. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nämlich nicht nur gesunde Böden, kurze Transportwege oder biologische Landwirtschaft. Auch langfristige Beziehungen zwischen Menschen brauchen Vertrauen, Verlässlichkeit und einen ehrlichen Umgang miteinander.

Ich schätze es sehr, mit Menschen Geschäfte machen zu können, bei denen ein Handschlag und ein gegebenes Wort noch einen wirklichen Wert haben.

Das macht die Produkte des Wackenberger Hofes für mich noch persönlicher.

Hofladen des Wackenberger Hofs mit frischem Gemüse
Im Hofladen des Wackenberger Hofs – frisches Bio-Gemüse direkt vom Acker

Vom Wackenberger Hof sind deshalb für meinen Hofladen vor allem die Bio-Eier, die Suppenhühner, die Linsen und zukünftig hoffentlich immer mehr frisches Gemüse direkt vom Acker in Wiesbach interessant.

Dahinter steckt aber eigentlich etwas viel Größeres.

Es geht um die Frage, welche Landwirtschaft wir vor unserer eigenen Haustür haben möchten.

Familie Dörr steht für ökologische Landwirtschaft, regionale Kreisläufe, gesunde Böden und den Versuch, Landwirtschaft immer weiterzuentwickeln. Und für mich persönlich stehen Matthias und Johannes zusätzlich für etwas, das mindestens genauso wichtig ist – Ehrlichkeit und Verlässlichkeit.

So etwas können wir gut finden. Aber damit solche Betriebe langfristig bestehen können, reicht Zustimmung alleine nicht.

Wir müssen ihre Lebensmittel kaufen.

Jede Packung Eier, jede Tüte Linsen, jedes Suppenhuhn und zukünftig jeder Kohlrabi oder jede Rote Bete aus Wiesbach ist deshalb auch eine kleine Entscheidung.

  • Für kurze Wege.
  • Für ökologische Landwirtschaft.
  • Für Menschen, die unsere Böden nicht nur für die nächste Ernte betrachten.
  • Und für Lebensmittel, bei denen wir wissen, wer dahintersteht.

Genau deshalb freue ich mich über die Zusammenarbeit mit dem Wackenberger Hof ganz besonders.

Wiesbach und Dirmingen liegen nur wenige Kilometer auseinander. Und hinter diesen wenigen Kilometern stehen Menschen, denen ich vertraue.

Eigentlich könnte Regionalität kaum schöner sein.

Wir müssen sie nur gemeinsam leben.

Innenansicht des Hofladens auf dem Wackenberger Hof

Der Hofladen des Wackenberger Hofs – hier kommt das Gemüse direkt vom Acker ins Regal

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